Gedenken an die Opfer des Mühldorfer Todeszuges

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Am 27. April 2015 lud die Gemeinde Poing zum Gedenken an die Opfer des so genannten Massakers von Poing ein.
1945 kam im Bahnhof Poing ein Zug mit KZ Häftlingen aus Mühldorf zum Stehen. Zunächst verliessen die Wachmannschaften den Zug. Als die Häftlinge sich entfernen wollten, wurden sie von SS unter Mithilfe einiger Poinger Bürger unter vielen Todespofern zurück in den Zug getrieben, wenigen gelang die Flucht. Dieses nun schon traditionelle Gedenken findet alljährlich am 2010 eingeweihten Denkmal auf dem Bahnhofsvorplatz statt. Knapp 80 Bürger aus Poing und Umgebung nahmen an der Veranstaltung teil, die von Bürgermeister Albert Hingerl eröffnet wurde. Weitere Redner waren der evangelische und der katholische Pfarrer und die Zeitzeugin und Gewerkschafterin Brigitte Dinev. Der kath. Pfarrer Holzer sinnierte wie auch im Jahr zuvor über die Frage, wie er sich damals verhalten hätte, zeigte ein gewisses Verständnis für das Mitläufer- und Mittätertum und antwortete sich selbst auf die Frage, wie man künftig ähnliche Verbechen und den "nationalsozialistischen" Geist verhindern kann mit " Ich weiss es nicht."
Brigitte Dinev erinnerte daran, dass die ersten Opfer der Nazis aus der Arbeiter- namentlich aus der Gewerschaftsbewegung kamen und berichtete über Ihre Arbeit als Zeitzeugin in Schulklassen. Herr Hingerl nahm dies als Antwort auf die Fragestellung des Pfarrers auf: Wir müssen mit unseren Enkeln darüber reden!
An der Veranstaltung nahmen auch Genossen der Linkspartei und der DKP teil. Die
DKP Ebersberg legte wie auch der DGB Ebersberg und die Gemeinde Poing einen Kranz nieder.
L.Ch.
 
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