
Der Münchner Merkur meldete in der der Rubrik "Die kuriose Nachricht", dass das "Kapital" von Karl Marx seit Beginn der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise wieder stetigen Absatz in den Buchhandlungen findet, insbesondere in Hessen.
Aufgemerkt, lieber Merkur, schlimmer geht immer: Die DKP Ebersberg hat unter dem Titel "Lenin der erste Bösewicht" zu einer Bildungsveranstaltung nach Wasserburg geladen. Knapp 30 Leute, hauptsächlich junge fanden sich zusammen.
Ziel der Veranstalter war es, Interessierten Lenin als Persönlichkeit vorzustellen, die geschichtliche Situation in der er wirkte zu erhellen sowie sich seinem theoretischen Werk anzunähern. Peter, der Vorsitzende stellte zunächst Lenins Herkunft, familiäres Umfeld, Jugend, erste Kampferfahrungen, seine Auseinandersetzung mit Strömungen wie den Volkstümlern, den Sozialrevolutionären und anderen dar.
Herausgearbeitet wurde Lenins konsequenter Bezug auf die Arbeiterklasse unter Berücksichtigung der russischen Bedingungen, der Bedingungen eines "Bauernlandes". In der Diskussion spielten eben diese Fragen eine Rolle: Wie kam Lenin auf die Idee, in einem Bauernland eine Arbeiterrevolution zu machen?Wie war denn der Sieg unter diesen Bedingungen möglich? Wie war das mit den Arbeiter-, Bauern-, und Soldatenräten? Hatten Demokratiedefizite ausschließlich mit der schwachen Infrastruktur dieses Riesenlandes zu tun? Lenins Schrift "Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus" war der Schwerpunkt des zweiten Teils der Veranstaltung. Die Kernerkenntnisse Lenins zur damals neuen Phase des Kapitalismus wurden dargestellt, ebenso die Arbeiten auf die Lenin sich stützte.
Angerissen wurde die Frage, ob mit Lenins Imperialismustheorie von 1915 die heutigen Erscheinungen und Entwicklungen im Kapitalismus noch vollständig und richtig zu fassen sind. Die Zeit langte nicht , alles zu besprechen.
Eine weitere Veranstaltung ist verabredet, dann mit dem Schwerpunkt der Aktualität der Lehre von Lenin, z.B. hinsichtlich des Parteikonzeptes. Good bye Lenin? Keineswegs. Lenin war nicht der erste Bösewicht und mit Sicherheit nicht der letzte! L. Ch.



